Sonntag, 25. Januar 2009

Hier eine kurze Information über eines der flinkesten Tiere in den Bergen! 


Ein sehr wichtiger Teil ist am Ende des Texts, sowohl für Jäger und auch für Wintersportler die ihre Sportart in den Bergen ausüben. Bitte liest ihn durch und macht Euch selber ein paar Gedanken!!!


Die Gämse 



  




Rupicapra rupicapra 

 

 


Die Gämse (Rupicapra rupicapra

 

 

Merkmale 

 

Kopfrumpflänge: 120 – 150cm 

Schulterhöhe:  70 – 85cm 

Gewicht:  35 - 50kg  

Bestand:  ca. 90'000 (in der Schweiz) 

Status:   nicht gefährdet 

 

Die Gestalt des Gamswildes ist seinem Lebensraum und seiner Lebensweise angepasst und 

dementsprechend kraftvoll Verglichen mit dem Reh, wirkt die Gämse eher grob und kräftig. 

Die Gämse gehört zur Familie der Rinderartigen (Boviedae), welche zu den 

spezialisiertesten Wiederkäuern gehören. Wie bei allen Boviden tragen Männchen und 

Weibchen Hörner, welche nicht mit den Geweihen der Hirsche und Rehe verwechselt 

werden dürfen. Das Horn besteht aus einem Knochenzapfen, welcher im Gegensatz zum 

Geweih nicht abgeworfen wird. Über diesen Zapfen stülpen sich Horntüten, welche von der 

darunter liegenden Hautschicht gebildet werden. Somit kann das Gehörn wachsen und 

grösser werden. 

Die Gämse zeigt einen Auffälligen Wechsel zwischen hellerem, leichterem Sommerkleid und 

dem dunkleren, wärmeren Winterkleid. Vor allem der Bock erweckt im Winterkleid einen 

ganz anderen Eindruck als im Sommerkleid. Durch das lange Haar wirken Läufe und Hals 

kürzer und der Rumpf wirkt massiger. 

Ein Sommerrudel wirkt in der Farbe in der Regel uneinheitlich, weil die Farben individuell 

variieren, dabei sind die Kitze aber stets dunkler als die älteren Tiere. Im Sommer geht die 

kontrastreiche Färbung der Gesichtsmaske verloren und das Haupt wirkt in seiner 

Gesamtheit länger und schmäler als im Winter. 

 

Fortpflanzung 

 

Brunft:   Oktober bis November 

Tragzeit:  23 Wochen 

Setzzeit:  Mai bis Juni 

Anzahl Junge:  1, sehr selten 2 

 

Im Alpenraum beginnt die Gamsbrunft etwa Ende Oktober. Die Bockrudel lösen sich in 

diesem Monat auf, und die Brunfteinstände werden aufgesucht. Den Höhepunkt erreicht die 

Brunft in der Zeit von Ende November bis Anfang Dezember und erlöscht Mitte bis Ende 

Dezember.  

In der Brunftzeit verteidigen die Böcke ihr Revier und die Weibchen, die sich im Revier 

befinden, gegenüber Rivalen. Dabei kann es zu Kämpfen kommen und die Gefahr dabei 

verwundet zu werden ist recht gross. In dieser Zeit nehmen die Böcke fast keine Nahrung zu 

sich und der lange Winter steht vor der Tür. Es kommt oft vor, dass die in der Brunft stark 

dezimierten Fettreserven nicht mehr bis ins Frühjahr reichen.  

Geissen, Kitze und Jährlinge bilden Rudel von manchmal dreissig oder mehr Tieren. Für die 

Geburt der Jungen trennen sich die Geissen für kurze Zeit von ihrem Rudel. 

Junge Böcke bilden kleine Junggesellengruppen, ältere leben oft als Einzelgänger. 

 

Verhalten 

 

Gämsen haben einen hervorragenden Geruchssinn, sie sind in der Lage mit Hilfe dieses 

Sinnes verborgene oder sich nicht bewegende "Feinde" unter günstigen Windverhältnissen 

schon auf grosse Distanz auszumachen. Auch das Sehvermögen der Gämse ist beachtlich.  

Wird ein "Feind" geruchlich wahrgenommen, erfolgt im Allgemeinen eine rasche Flucht, 

wobei sie meist bald stehen bleiben um sich nach dem Störenfried umzuschauen. Sobald die 

Quelle der Störung entdeckt wird, beruhigen sich die Tiere wieder, ein erkannter Feind ist 

weitgehend ungefährlicher. 

Die Nähe von Felsen bietet dem Gamswild Schutz und Sicherheit. Manche Gämsen im Fels 

reagieren auf Anblick einer Störung nicht mit Flucht, sondern sogar mit Nachfolgen, um die 

Gefahr im Auge zu behalten. Das differenzierte Fluchtverhalten der Gämse ermöglicht auch 

eine erstaunliche Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten. Vom extrem scheuen Gams 

im wenig begangenem Gebiet bis zum äsenden Gamsrudel nahe hochfrequentierter 

Touristenwege reicht die Spanne der Reaktionen auf das Eindringen des Menschen. Hier 

erweist sich das Verhalten der Gämse, verglichen mit dem der überwiegend auf rasche 

Flucht eingestellten Hirschartigen, als plastischer. 

 

Lebensraum und Nahrung 

 

Gämsen leben in der Schweiz in den Alpen und im Jura. Ihr Verbreitungsgebiet in der 

Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgedehnt und sie sind dabei auch ins 

Mittelland vorgestossen. Sie halten sich aber am liebsten im oberen Waldgürtel auf und 

steigen im Sommer häufig ins Gebirge empor. Wenn sie weiter unten zu sehr gestört 

werden, verziehen sie sich selbst in die unzugänglichsten Gebiete, von wo aus sie dann mit 

Anbruch des Tages die Grasplätze zwischen Felsen aufsuchen. Im Winter rücken die 

Gämsen weiter in die Wälder herab. In den kalten Wintertagen nehmen die Tiere den ganzen 

Tag über Nahrung auf, dazwischen ruhen sie an felsigen Orten. 

Im Winter und Frühjahr werden Wiesenmatten unterhalb von Bergkuppen intensiv beäst. Bei 

nicht zu hoher Schneedecke werden die Graspolster mit den Vorderläufen freigeschlagen, 

wobei die Gämsen fast alles fressen was sie an pflanzlicher Nahrung finden.  

 

Spuren  

 

Die Hufe der Gämsen sind relativ lang und scharf. Die harten Schalenränder und die 

elastische Sohle erleichtern das Klettern: Im Sommer, wenn sich die Schalenränder am Fels 

abschleifen, findet die Gämse mit der weichen Sohle guten Halt. Im Winter hingegen verhilft 

die scharfe Kante zu sicherem Tritt auf vereisten Flächen. Die beiden Hufschalen sind 

gegeneinander sehr beweglich. Bei normalem Gang werden sie parallel zueinander 

aufgesetzt, bei Flucht, Schnee oder in steilem Gelände sind sie stark gespreizt. Die 

Afterklauen, zwei kleine zurückgebildete Zehen hinter den Hufen, werden vor allem beim 

Abwärtsgehen als Bremse eingesetzt; sie hinterlassen nur in weichem Boden einen Abdruck. 

Die Kotpillen sind fast kugelförmig und messen etwa 1.5 cm im Durchmesser. 

Die Losung ist fast kugelförmig, etwa 1,5cm im Durchmesser. Vielfach wird sie in 

zusammengedrückter Form abgesetzt, so dass die einzelnen Pillen etwas 

abgeflacht werden. 

 

Reaktion gegenüber Wintersportler 

 

Wie schon erwähnt, besteht eine grosse Variabilität im Fluchtverhalten der Gämsen, dabei 

variiert die Fluchtdistanz zwischen unter 100m und bis über 300m.  

Gefahr, die von oben kommt wird von den Gämsen eher als gross eingestuft, so können 

Skifahrer oder Snowboarder, die mit hohem Tempo von oben kommen die Gämsen zu einer 

anstrengenden Flucht treiben. Die Flucht im hohen Schnee verbraucht extrem viel Energie 

und zusätzlich werden die Gämsen von den guten Wintereinständen in den Wald vertrieben, 

wo sie an Jungbäumen Verbissschäden anrichten können. Ausserdem kann die 

kraftraubende Flucht in einer Zeit negativer Energiebilanz der Tiere durchaus das Ende der 

einen oder anderen Gämse bedeuten. 

Rücksichtnahme: Der langsame Aufstieg bei Skitouren oder Schneeschuhtouren ist für die 

Gämsen weniger problematisch, da die Gefahr von unten kommt. Bei den Abfahrten 

hingegen sollte darauf geachtet werden, dass nicht an apere Flächen und felsige Bereiche 

herangefahren wird. Ausserdem sollte vor neuen Geländekammern stets angehalten werden 

um Ausschau zu halten, ob Gämsen zu sehen sind. Wenn ja, sollte der Abstand zu den 

Tieren vergrössert werden.